Von der Idee zum Konferenzbesuch: So entsteht ein wissenschaftliches Paper
Paper sind ein elementarer Teil des Wissenschaftssystems: Die Forschungsaufsätze erscheinen auf Konferenzen oder in Fachzeitschriften. So können sich die Öffentlichkeit oder andere Forschende über die Ergebnisse informieren. Bis ein Paper erscheint, passiert eine Menge. In diesem Blogbeitrag erklären wir, wie ein Paper entsteht, von der Idee bis zur Veröffentlichung – und wie Wir forschen digital dabei hilft. – veröffentlicht am 7. September 2026

Schritt 1: Die Forschungslücke finden
Am Anfang war das Wort – von anderen. Forschung beginnt meistens nicht bei null, sondern baut auf vorherigen Arbeiten auf, denn wer eine Frage beantwortet, stellt gleichzeitig viele neue. So war es auch bei der Studie zur Stimmauszählung von Kommunalwahlen, an der 20 Mitglieder von Wir forschen digital von Januar bis April 2026 teilnahmen. „Es gab schon ein anderes Paper, in dem es um den technischen Mechanismus zur Überprüfung der Stimmauszählung ging, aber uns hat interessiert, ob Wählende dieser Überprüfung vertrauen würden“, erklärt Hauptautor Christian Mack. Wenn die eigenen Forschungsfragen schließlich stehen, geht es um die Methode, mit der die Forschungsfragen beantwortet werden können.
Schritt 2: Es wird konkret
In dieser Phase planen Forschende ihr Vorgehen, um die Forschungsfragen zu beantworten. Dabei gibt es je nach Fachgebiet und Thema ganz unterschiedliche Methoden: Bei Studien, z.B. in Form von Interviews oder Feldstudien, braucht es Menschen, die an den Studien teilnehmen. Sie sind entscheidend, um die Beantwortung der Forschungsfragen zu ermöglichen.
Christian Mack entschied sich für seine Forschungsfragen zur Kommunalwahl dazu, semi-strukturierte Interviews zu führen. Diese Form der wissenschaftlichen Interviews werden mithilfe eines Leitfadens geführt – er enthält unterschiedliche Fragenabläufe, je nachdem wie die Teilnehmenden antworten. Semi-strukturierte Interviews erlauben es dem Forschenden Zwischenfragen und Nachfragen zu den Antworten zu stellen.
Bevor es dann losgeht mit der Datenerhebung, testen und verbessern Forschende in Pre-Studies (deutsch: Vor-Studien) ihre Methode. Im Fall von Christian Mack wurden einzelne Fragen im Leitfaden umformuliert, damit diese besser verständlich sind.
Schritt 3: Teilnehmer gesucht!
Im Fall der Forschung mit Menschen, wartet in dieser Phase eine organisatorische Herausforderung auf Wissenschaftler:innen: Sie müssen Menschen finden, die an der Studie teilnehmen möchten. Dank Wir forschen digital und seinen Mitgliedern ist diese Herausforderung gut zu meistern. Die Studie wird bei Wir forschen digital eingestellt, Mitglieder melden sich an und reservieren beispielsweise im Fall der Studie von Christian Mack, einen Termin, zu dem sie am Interview vor Ort teilnehmen. Er führte Interviews mit weiteren 16 Personen – diese Zahl war nicht im Vorhinein festgelegt, sondern ergab sich aus den Daten: Dass genug Menschen teilgenommen hatten, war daran zu erkennen, dass sich ihre Antworten wiederholten und keine neuen Aspekte mehr aufkamen. „Es war ideal, das über Wir forschen digital zu machen, da das Panel relativ durchmischt ist. Manche Teilnehmenden hatten sich schon mit dem Thema beschäftigt, andere noch gar nicht.“

Schritt 4: Daten, Daten, Daten
Aus einem Berg an Daten die richtigen Erkenntnisse zu ziehen – das ist Datenanalyse und -auswertung. Wichtig ist es auch hierbei, systematisch vorzugehen. Im Fall von Interviews werden diese zunächst transkribiert. Danach folgt das sogenannte „Open Coding“. „Vereinfacht gesagt, schaut man, welche Aussagen kommen mehrfach vor und schreibt das raus“, fasst Mack das Prinzip zusammen. Diese Aufgabe übernehmen zwei Forschende unabhängig voneinander, vergleichen ihre Ergebnisse und einigen sich bei Unterschieden auf ein Vorgehen. So entsteht durch die Auswertung einiger Interviews ein Codebuch, welches dann für die restlichen Interviews angewendet wird. So wird sichergestellt, dass die Ergebnisse nachvollziehbar sind.
Je nach Forschungsfrage und Methodik kommen in dieser Phase statistische Verfahren zum Einsatz.
Schritt 5: In Worte fassen
Nach der Datenauswertung beginnt die Schreibphase. Wissenschaftliche Paper können im Detail unterschiedlich aufgebaut sein – elementar sind neben den Ergebnissen eine Einleitung, verwandte Forschung, Methodik und die Diskussion der Ergebnisse.
Übrigens: Die meisten Paper haben mehrere Autor:innen, auch wenn eine Person hauptverantwortlich ist. Alle Personen, die als Autor oder Autorin genannt werden, haben einen genuinen und nachvollziehbaren Beitrag geleistet und tragen die Verantwortung für die Publikation gemeinsam. Auf die Reihenfolge müssen sich die Forschungsteams nach nachvollziehbaren Kriterien einigen – in der Regel passiert das spätestens beim Formulieren des Textes.
Schritt 6: Accepted oder Rejected?
Ein fertiges Paper muss noch eine letzte Hürde nehmen: Um publiziert zu werden, muss eine Konferenz oder eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, ein Journal, es annehmen. Dabei gilt: Je prestigeträchtiger und angesehener eine Konferenz oder ein Journal ist, desto schwieriger ist es, dort zu publizieren – desto mehr Arbeiten werden also abgelehnt. Alle Einreichungen für Konferenzen oder Journals werden von anderen Forschenden aus demselben Fachgebiet begutachtet. Dieses Verfahren nennt man „Peer Review“. Die Entscheidung, ob ein Paper schließlich akzeptiert wird, trifft dann auf Basis mehrerer Gutachten ein Komitee. Auch wenn ein Paper direkt akzeptiert wird – Feedback zum Einarbeiten gibt es fast immer. Die finale Version eines Papers nennt man dann „Camera-ready“.
Übrigens: Der Reviewprozess läuft meist anonym ab. „Du weißt nicht, wer dich reviewt und sie wissen, nicht, wen sie reviewen“, beschreibt Christian Mack. Das Paper wird also ohne Angabe von Namen oder Forschungseinrichtung eingereicht.
Schritt 7: Auf Reisen gehen
Endlich ist es geschafft: Das Paper wird veröffentlicht! Das bis zu diesem Moment bereits ein Jahr vergangen ist, ist keine Seltenheit. Jetzt heißt es Koffer packen und ab ins Flugzeug! Internationale Konferenzen ziehen ihre Teilnehmenden auch dadurch an, dass sie an interessanten und schönen Orten stattfinden. Wer würde nicht gern mal eine Geschäftsreise nach Hawaii machen? Oder nach einem Tag auf der Konferenz noch eine spannende Stadt wie Barcelona, Montreal oder Lissabon erkunden? Denn die Vorträge und der Austausch auf einer Konferenz bieten Anregungen für die nächsten Projekte und mögliche Kooperationspartner: Im Rückreise-Gepäck haben Forschende dann im besten Fall schon die nächste Forschungsfrage und ein Team, das gemeinsam daran arbeiten möchte.
Von der Idee zum Konferenzbesuch: So entsteht ein wissenschaftliches Paper
Paper sind ein elementarer Teil des Wissenschaftssystems: Sie erscheinen auf Konferenzen oder in Fachzeitschriften. So können sich die Öffentlichkeit oder andere Forschende über Ergebnisse informieren. In diesem Blogbeitrag erklären wir, wie ein Paper entsteht, von der Idee bis zur Veröffentlichung – und wie Wir forschen digital dabei hilft. – veröffentlicht am 7. September 2026

Schritt 1: Die Forschungslücke finden
Am Anfang war das Wort – von anderen. Forschung beginnt meistens nicht bei null, sondern baut auf vorherigen Arbeiten auf, denn wer eine Frage beantwortet, stellt gleichzeitig viele neue. So war es auch bei der Studie zur Stimmauszählung von Kommunalwahlen, an der 20 Mitglieder von Wir forschen digital von Januar bis April 2026 teilnahmen. „Es gab schon ein anderes Paper, in dem es um den technischen Mechanismus zur Überprüfung der Stimmauszählung ging, aber uns hat interessiert, ob Wählende dieser Überprüfung vertrauen würden“, erklärt Hauptautor Christian Mack. Wenn die eigenen Forschungsfragen schließlich stehen, geht es um die Methode, mit der die Forschungsfragen beantwortet werden können.
Schritt 2: Es wird konkret
In dieser Phase planen Forschende ihr Vorgehen, um die Forschungsfragen zu beantworten. Dabei gibt es je nach Fachgebiet und Thema ganz unterschiedliche Methoden: Bei Studien, z.B. in Form von Interviews oder Feldstudien, braucht es Menschen, die an den Studien teilnehmen. Sie sind entscheidend, um die Beantwortung der Forschungsfragen zu ermöglichen.
Christian Mack entschied sich für seine Forschungsfragen zur Kommunalwahl dazu, semi-strukturierte Interviews zu führen. Diese Form der wissenschaftlichen Interviews werden mithilfe eines Leitfadens geführt – er enthält unterschiedliche Fragenabläufe, je nachdem wie die Teilnehmenden antworten. Semi-strukturierte Interviews erlauben es dem Forschenden Zwischenfragen und Nachfragen zu den Antworten zu stellen.
Bevor es dann losgeht mit der Datenerhebung, testen und verbessern Forschende in Pre-Studies (deutsch: Vor-Studien) ihre Methode. Im Fall von Christian Mack wurden einzelne Fragen im Leitfaden umformuliert, damit diese besser verständlich sind.
Schritt 3: Teilnehmer gesucht!
Im Fall der Forschung mit Menschen, wartet in dieser Phase eine organisatorische Herausforderung auf Wissenschaftler:innen: Sie müssen Menschen finden, die an der Studie teilnehmen möchten. Dank Wir forschen digital und seinen Mitgliedern ist diese Herausforderung gut zu meistern. Die Studie wird bei Wir forschen digital eingestellt, Mitglieder melden sich an und reservieren beispielsweise im Fall der Studie von Christian Mack, einen Termin, zu dem sie am Interview vor Ort teilnehmen. Er führte Interviews mit weiteren 16 Personen – diese Zahl war nicht im Vorhinein festgelegt, sondern ergab sich aus den Daten: Dass genug Menschen teilgenommen hatten, war daran zu erkennen, dass sich ihre Antworten wiederholten und keine neuen Aspekte mehr aufkamen. „Es war ideal, das über Wir forschen digital zu machen, da das Panel relativ durchmischt ist. Manche Teilnehmenden hatten sich schon mit dem Thema beschäftigt, andere noch gar nicht.“

Schritt 4: Daten, Daten, Daten
Aus einem Berg an Daten die richtigen Erkenntnisse zu ziehen – das ist Datenanalyse und -auswertung. Wichtig ist es auch hierbei, systematisch vorzugehen. Im Fall von Interviews werden diese zunächst transkribiert. Danach folgt das sogenannte „Open Coding“. „Vereinfacht gesagt, schaut man, welche Aussagen kommen mehrfach vor und schreibt das raus“, fasst Mack das Prinzip zusammen. Diese Aufgabe übernehmen zwei Forschende unabhängig voneinander, vergleichen ihre Ergebnisse und einigen sich bei Unterschieden auf ein Vorgehen. So entsteht durch die Auswertung einiger Interviews ein Codebuch, welches dann für die restlichen Interviews angewendet wird. So wird sichergestellt, dass die Ergebnisse nachvollziehbar sind.
Je nach Forschungsfrage und Methodik kommen in dieser Phase statistische Verfahren zum Einsatz.
Schritt 5: In Worte fassen
Nach der Datenauswertung beginnt die Schreibphase. Wissenschaftliche Paper können im Detail unterschiedlich aufgebaut sein – elementar sind neben den Ergebnissen eine Einleitung, verwandte Forschung, Methodik und die Diskussion der Ergebnisse.
Übrigens: Die meisten Paper haben mehrere Autor:innen, auch wenn eine Person hauptverantwortlich ist. Alle Personen, die als Autor oder Autorin genannt werden, haben einen genuinen und nachvollziehbaren Beitrag geleistet und tragen die Verantwortung für die Publikation gemeinsam. Auf die Reihenfolge müssen sich die Forschungsteams nach nachvollziehbaren Kriterien einigen – in der Regel passiert das spätestens beim Formulieren des Textes.
Schritt 6: Accepted oder Rejected?
Ein fertiges Paper muss noch eine letzte Hürde nehmen: Um publiziert zu werden, muss eine Konferenz oder eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, ein Journal, es annehmen. Dabei gilt: Je prestigeträchtiger und angesehener eine Konferenz oder ein Journal ist, desto schwieriger ist es, dort zu publizieren – desto mehr Arbeiten werden also abgelehnt. Alle Einreichungen für Konferenzen oder Journals werden von anderen Forschenden aus demselben Fachgebiet begutachtet. Dieses Verfahren nennt man „Peer Review“. Die Entscheidung, ob ein Paper schließlich akzeptiert wird, trifft dann auf Basis mehrerer Gutachten ein Komitee. Auch wenn ein Paper direkt akzeptiert wird – Feedback zum Einarbeiten gibt es fast immer. Die finale Version eines Papers nennt man dann „Camera-ready“.
Übrigens: Der Reviewprozess läuft meist anonym ab. „Du weißt nicht, wer dich reviewt und sie wissen, nicht, wen sie reviewen“, beschreibt Christian Mack. Das Paper wird also ohne Angabe von Namen oder Forschungseinrichtung eingereicht.
Schritt 7: Auf Reisen gehen
Endlich ist es geschafft: Das Paper wird veröffentlicht! Das bis zu diesem Moment bereits ein Jahr vergangen ist, ist keine Seltenheit. Jetzt heißt es Koffer packen und ab ins Flugzeug! Internationale Konferenzen ziehen ihre Teilnehmenden auch dadurch an, dass sie an interessanten und schönen Orten stattfinden. Wer würde nicht gern mal eine Geschäftsreise nach Hawaii machen? Oder nach einem Tag auf der Konferenz noch eine spannende Stadt wie Barcelona, Montreal oder Lissabon erkunden? Denn die Vorträge und der Austausch auf einer Konferenz bieten Anregungen für die nächsten Projekte und mögliche Kooperationspartner: Im Rückreise-Gepäck haben Forschende dann im besten Fall schon die nächste Forschungsfrage und ein Team, das gemeinsam daran arbeiten möchte.


