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Kommunale Stimmenauszählung: Mehr Vertrauenswürdigkeit und Transparenz

Kumulieren und Panaschieren – ohne den Überblick zu verlieren: Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg können komplex sein für die Wähler:innen. Auch die Auszählung der Stimmzettel ist ein aufwändiges und kompliziertes Unterfangen wegen der Vielzahl möglicher Kombinationen. Wie kann man Wahlhelfer:innen bei der Auszählung unterstützen, ohne die Vertrauenswürdigkeit zu beeinträchtigen?

Diese Interviewstudie untersuchte, wie Wähler den Auszählprozess wahrnehmen: welchen Schritten sie vertrauen, welchen weniger und welche zusätzlichen Sicherungsmechanismen sie befürworten. Von Dezember 2025 bis April 2026 fanden insgesamt 20 Interviews mit Bürger:innen von Wir forschen digital statt.

Besonderes Interesse galt der Auszählungssoftware, die bei der Kommunalwahl zum Einsatz kam. Die Software-Nutzung selbst bereitete den meisten Teilnehmenden keine Sorgen. Nach einer Beschreibung der Schritte vertrauten sie dem aktuellen Auszählungsablauf vollständig. Mehr als zwei Drittel bewerteten ihr Vertrauen in die Wahlergebnisse mit 5 von 5 Punkten. Zusätzliche Prüfschritte wurden überwiegend begrüßt, solange der Mehraufwand vertretbar blieb. Besonders beliebt waren der Einsatz einer zweiten Auszählsoftware zum Ergebnisvergleich und Risk-limiting audit (RLA)-Verfahren. Bei einem RLA wird berechnet, wie umfangreich die Wahlergebnisse überprüft werden müssen, um ein vorher festgelegtes Restrisiko nicht zu überschreiten. Mit solchen Zusatzprüfungen vertrauten über 80 Prozent der Teilnehmenden den Wahlergebnissen vollständig, weitere 20 Prozent in hohem Maße.

Teilnehmende brachten ihre Perspektive ein: Was empfinden sie als vertrauenswürdig? Außerdem lernten sie auf verständliche Weise, wie die Auszählung ihrer Stimme bei der Kommunalwahl in Baden-Württemberg aktuell funktioniert.